AzubiTheater

In zwei Staffeln brachte Shakespeare live! 2009 „Romeo und Julia” und „Ein Sommernachtstraum” auf die Bühne. Über 400 Schülerinnen und Schüler inszenierten nach der Shakespeare live! Methode die Stücke und transportierten sie „respektlos”, lebendig und nach ihrer persönlichen Anschauung in die heutige Zeit. 1.600 Besucher waren nach sechs Festivaltagen überzeugt, dass das Prinzip von Shakespeare live! voll aufgegangen ist.

Romeo und Julia

Die Methode ist recht einfach: Jede(r) Schüler/in bekommt die Möglichkeit sich an der Inszenierung zu beteiligen. Das betrifft vor allem die Schüler/innen, die normalerweise durch das Raster des gängigen Schultheaters hindurch fallen.
Hierfür wird das Stück in viele kleine Puzzleteile aufgeteilt und von ebenso vielen Klassenverbänden bearbeitet. Dass dabei eine Vielzahl von Romeos oder Lysander, Julias und Helenas auf der Bühne stehen, ist gewollt und erfrischend anders.

Unsere Ziele

Ziel von Shakespeare live! ist es, junge Menschen neben ihrer beruflichen Ausbildung in ein dreimonatiges Theaterprojekt einzubinden.
„Selbständigkeit”, „Teamwork”, „Zuhören”, „die Meinung sagen”, „Vertrauen”, „Mut” und „Demokratieverständnis” sind Ziele, die während der Arbeit mit Shakespeare live! erreicht werden. Während des Prozesses entwickeln alle Beteiligten Handlungskompetenzen, die für die Arbeitswelt von zentraler Bedeutung sind.
Alle Beteiligten werden mutiger und selbstbewusster. Sie begegnen ihren Gegenübern, beispielsweise im Kundenkontakt, viel offener und nehmen ihre Umwelt bewusster wahr. Die Projekte zeigen, dass sich die Beteiligten durch das Theater mit Unbekanntem auseinandersetzen, Ängste überwinden, neue Seiten an sich selbst und an anderen entdecken und lernen, etwas im Team zu verwirklichen.

Vorteile für die Unternehmen

Mit dieser Initiative stellen sich die beteiligen Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und beziehen die persönliche Entwicklung junger Menschen bewusst in den Berufsausbildungs-mittelpunkt ein. Im Gegenzug können sie nach dieser „Zusatzausbildung” gerade im Bereich Kundenkontakt und Kundenbindung mit Auszubildenden arbeiten, die gelernt haben, sensibel und einfühlsam auf Menschen einzugehen und damit gewinnbringend für das Unternehmen zu arbeiten.

Vorteile für die Auszubildenden

Alle Auszubildenden, gerade im Kundenbereich, müssen mit dem Medium Sprache perfekt und souverän umgehen können. Daher bieten wir während der drei Monate ein praxiserprobtes Sprachtraining zu den Themen Stimmführung, Lautlehre sowie Artikulation und bieten so eine ideale Möglichkeit, die eigene Aussprache zu vervollkommnen.

Übung

Alle Übungen werden zum Abschluss als Hörbeispiele und als Filmdokumente in verschiedenen Perspektiven und Nahaufnahmen an alle Auszubildende ausgehändigt und ermöglichen so auch nach dem Projekt ein permanentes Weiterarbeiten.

Zweites großes Thema des Projektes ist die Körpersprache:
Jeder hat sie, der eine mehr, der andere weniger. Daher ist die Körpersprache aus- und aufbaufähig. Mögliche Grenzen oder Beengungen bei den Auszubildenden sind dehnbar und sogar überwindbar.
So kann die Körpersprache im Alltag dafür sorgen, dass der persönlichen Mehrwert gesteigert und das Auftreten positiv verändert wird.

Shakespeare live! arbeitet während der Probe- sowie der Körpersprachenarbeit mit Videoaufzeichnungen, die mit der gesamten Gruppe immer wieder analysiert und positiv verändert werden. So entsteht neben der Theaterinszenierung ein enormer Mehrwert für die Auszubildenden, die weit in den Arbeitsalltag hineinreichen. Denn die Arbeit in den Workshops tragen erheblich zu einem neuen, positiven Auftreten der Auszubildenden, sowie einer Sensibilisierung gegenüber den Kunden bei.

Unsere Methode

Um die Realisierung der Inszenierung in so kurzer Zeit sicher zu stellen, wird ein Theaterstück aus der Hochkultur (z.B. Shakespeare) in ca. zehn verschiedene Puzzelteile zerlegt und an die beteiligten Auszubildende verteilt. Die Proben finden einmal in der Woche zwei Stunden lang statt. Jede Gruppe probt ausschließlich ihren Part.

Übung

Durch diese Arbeitsmethode ist gewährleistet, dass sich alle Auszubildenden auch neben der Arbeit an dem Projekt beteiligen können, denn alle Schauspielerinnen und Schauspieler müssen durch diesen „Kunstgriff” nur einen Bruchteil des Stückes lernen. So bleibt viel Zeit für Sprach- und Körpertraining. Dennoch haben alle Beteiligten am Ende der Probezeit ein enormes Erfolgserlebnis.

Fazit

Dass die Kunst als Medium dient, Dialogfähigkeit und Entfaltung von Kreativität zu fördern, ist unbestritten.
Das künstlerische Handeln ist ein Paradigma für ein zieloffenes, wahrnehmungsgeleitetes Handeln, das die heutige Arbeitswelt erfordert. Denn künstlerische Übungen sind ein Lernfeld, um sich auf unplanbare, unvorhersehbare Situationen und somit auf das Leben vorzubereiten.

Falls sie mehr Informationen zu dieser Arbeit wünschen oder Interesse haben mit Ihrer Firma an ein eigens AzubiProjekt zu starten, klicken Sie bitte hier